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Vor­stands­mit­glie­der gemein­nüt­zi­ger Stif­tung abhän­gig beschäftigt

Kurz­mel­dung zum Urteil des Bun­des­so­zi­al­ge­richts vom 23. Febru­ar 2021, Az. B 12 R 15/19 R, ver­öf­fent­licht am 4. Mai 2021: Stif­tungs­vor­stand kann abhän­gig beschäf­tigt sein

Das Bun­des­so­zi­al­ge­richt beschloss im obi­gen Fall, dass einer von drei Vor­stän­den, der für sei­ne Vor­stands­tä­tig­keit für eine gemein­nüt­zi­ge Stif­tung bür­ger­li­chen Rechts zunächst neben einer abhän­gi­gen Teil­zeit­be­schäf­ti­gung, anschlie­ßend als Rent­ner tätig war, dies als sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­tig Beschäf­tig­ter tat. 

So heißt es im Urteil: „Der Bei­ge­la­de­ne war unge­ach­tet eines feh­len­den schrift­li­chen Anstel­lungs­ver­trags (dazu a) in den Betrieb der Stif­tung in funk­ti­ons­ge­recht die­nen­der Teil­ha­be ein­ge­glie­dert (dazu b) und stell­te der Klä­ge­rin sei­ne Arbeits­kraft ohne eige­nes wirt­schaft­li­ches Risi­ko gegen eine Ver­gü­tung (dazu c) zur Ver­fü­gung. Ein die Beschäf­ti­gung aus­schlie­ßen­des Ehren­amt im Sin­ne einer unent­gelt­li­chen Ver­fol­gung ideel­ler Zwe­cke lag nicht vor (dazu d).“ 

Hier­zu ist rele­vant, dass das frag­li­che Vor­stands­mit­glied dem Wil­len des Stif­ters unter­lag und die Stif­tung drei Vor­stands­mit­glie­der hat­te, von denen immer zwei gemein­sam ver­tre­tungs­be­rech­tigt waren, daher wur­de das frag­li­che Vor­stands­mit­glied nicht als wei­sungs­frei ange­se­hen. Zudem über­stie­gen die für die Vor­stands­tä­tig­keit gezahl­ten Ent­gel­te mit 20.000 Euro pro Jahr und mehr den Rah­men des­sen, was als ehren­amt­li­che Tätig­keit mit ideel­lem Geprä­ge aner­kannt würde. 

Die Stif­tung, die wis­sen­schaft­li­che und sozia­le Pro­jek­te för­dert und als ein­zi­ges Kapi­tal einen 50%-igen Anteil an einer gemein­nüt­zi­gen Gesell­schaft mit dem­sel­ben Zweck hält, muss die Sozi­al­ver­si­che­rungs­bei­trä­ge für ihr ehe­ma­li­ges Vor­stands­mit­glied nun entrichten. 

Damit bestä­tig­te das Bun­des­so­zi­al­ge­richt ver­gleich­ba­re Ent­schei­dun­gen der Ver­gan­gen­heit, mit denen es für ande­re Rechts­for­men beschlos­sen hat­te, dass Vor­stän­de abhän­gig beschäf­tigt sein kön­nen (vgl z. B. BSG, 22.8.1973 — 12 RK 27/72 – für eine ein­ge­tra­ge­ne Genos­sen­schaft; BSG, 30.11.1978 — 12 RK 33/76 – für Ver­bands­vor­ste­her eines Was­ser- und Boden­ver­bands; BSG 15.12.1983 — 12 RK 57/82 sowie BSG, 19.6.2001 — B 12 KR 44/00 R – für Vor­stands­mit­glied eines Ver­eins>; BSG, 12.1.2011 — B 12 KR 17/09 R für Vor­stands­mit­glied einer aus­län­di­schen Kapitalgesellschaft). 

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen: 

https://www.bsg.bund.de/SharedDocs/Verhandlungen/DE/2021/2021_02_23_B_12_R_15_19_R.html

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